Mensa in Clausthal-Zellerfeld / Harz

Ort: Clausthal Zellerfeld
Größe: 750 m2 BGF
Typologie: Öffentlicher Bau
Status: Geladener Wettbewerb

Tragwerksplanung: AHW Ingenieure GmbH

Kai Lukowski

lng. Büro für Wärme und Haustechnik: IPB GmbH

Jan Steudel

Landschaftsarchitektur: Bergmann Bode GmbH

Tina Bergmann

Architektur: snarq GmbH

Paulin Kriegel

Ferdinand Wilken

Nina Nolting

Sebastian Sasse

Visualisierung: RenderAtelier Leipzig / Berlin

 

Städtebauliches Konzept und Einfügen in das Ortsbild

Das ca. 2.000 m2 umfassende Baufeld für den Neubau der Mensa liegt zwischen den Ortsteilen Clausthal und Zellerfeld in unmittelbarer Nähe der Bibliothek am Alten Bahnhof am Ende des Bremerhöher Grabens. Nördlich in ca. 300 Metern Entfernung liegt die Grundschule Zellerfeld, südlich in ca. 150 Metern Entfernung die Grundschule Clausthal. Die Schüler:innen sollen von Norden über die Straße am Alten Bahnhof zur Mensa geleitet werden. Die Adressierung der Schulmensa erfolgt über die Straße Am Alten Bahnhof.

Der eingeschoßige Baukörper der neuen Schulmensa nimmt die Flucht der Bestandsbebauung der Stadtbibliothek auf und bildet sowohl eine klare städtebauliche Kante zur Straße Am Alten Bahnhof im Norden, als auch einen Abschluss der baulichen Kante nach Süden.

Architektonische Konzept und Gestaltung

Die Fassaden des eingeschoßigen Baukörpers werden nach Norden und Westen geschlossen ausgebildet. Eine Funktionsspange, die sich L- förmig um den Speisesaal legt und die Bereiche Küche, Technik im Westen und allgemeine Flächen im Norden beherbergt, wird an der nordöstlichen Gebäudeecke durch den verglasten Windfang durchbrochen. An den Eingangsbereich lagert sich ein Flur, der sich von der östlichen zur westlichen Richtung einmal durch das Gebäude zieht, von dem als erweitertes Foyer die allgemeinen Flächen und der als höheres Volumen ablesbare Speisesaal erschlossen werden. Der Saal, öffnet sich nach Süden und Osten zur Landschaft mit Blick auf die bewaldete Hangkante und den Freiraum. Holz, als ortstypisches Material für Konstruktion und Fassade, wird für die geschlossenen Fassadenflächen verwendet. Die Glasfassade verleiht dem Gebäude eine gewisse Leichtigkeit und bildet eine weiche Kante zur Landschaft.

Freianlagen

Zur Anbindung an den vorhanden Stadtraum erfolgt eine Eingliederung des Baufeldes mittels umlaufender Platzfläche im Bereich des Gebäudes. Die befestigte Fläche – ausgeführt als richtungsloser Verband aus Natursteinkleinpflaster- dient der Erschließung des Gebäudes und vereint unterschiedliche Aufenthaltsfunktionen außerhalb der künftigen Mensa im nördlichen und südlichen Bereich des Baufeldes.

Ein Bereich zum Ankommen im Norden sowie Terrassenstrukturen im Süden sorgen für die gewünschte Belebung des Freiraumes an der neuen Mensa.

Die Aufenthaltsbereiche verzahnen sich gestalterisch und topographisch, sodass die Platzflächen den bestehenden Gesamteindruck der Kulisse um die Mensa nicht überschatten, sondern als Freiraum in seiner Qualität stärken.

In die umlaufenden befestigten Flächen werden Bepflanzungselemente integriert. Sie bestehen aus lockeren Gräser und Staudenstrukturen, rahmen die Aufenthaltsbereiche und steigern deren Aufenthaltsqualität. Übergeordnete Gehölzstrukturen aus standortgerechten, einheimischen Bäumen verbinden die neuen Freianlagen im Bereich der Mensa mit dem bestehenden Naturraum.

Funktionalität und Raumprogramm

Das Raumprogram ist den Abläufen entsprechend funktional organisiert. Der Baukörper ist kompakt. Die Kubatur mit Funktionsspange und stützenfreiem, höheren Saal ergibt sich aus den Anforderungen an das Raumprogramm. Das Ankommen der Schüler:innen findet über die Straße am Bahnhof nordöstlich statt, während die Abläufe, die mit der Versorgung der Mensa wie Anliefern,  Entsorgen und Warten der Technik einhergehen, im Nordwesten organisiert werden. Die Bewegungsabläufe sind so klar ablesbar voneinander getrennt. Eine flexible Nutzungaußerhalb des Schulbetriebs, die Teilbarkeit des Saals ist möglich. Auch die Zugänglichkeit zur Küche bei zwei gleichzeitig stattfindenden Veranstaltungen ist gegeben.

Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit

Die Wirtschaftlichkeit des Bauwerkes ist durch klare Tragsysteme - Lastdurchleitung vs. Lastumleitung gegeben. Die Planung eines modularen Holzbaus ermöglicht ein großes Maß an Vorfertigung. Kurze Bauzeit und schnelle Realisierbarkeit sind so gegeben.

Nachhaltigkeit

Konstruktion:

Der Holzbau startet mit einem negativen CO2 Emissionswert in die Bilanzierung - “1m³ Holz bindet ca. 1 to CO2“. Eine optimale CO2 Bilanz wird durch den Einsatz ökologischer Baustoffe und die Schaffung von Retentionsvolumen z.B. auf den Dächern möglich. Bei der Erstellung der Bodenplatte ist der Einsatz von RC Beton (Recycling-Beton) möglich.

TGA:

Zur Wärmeerzeugung ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit einer PV-Anlage zur Stromerzeugung geplant (Dachaufstellung). Die Gebäudebeheizung ist mit einem niedrigtemperierten Flächenheizsystem (Fußbodenheizung, alternativ Deckenstrahlheizung) geplant. Alternativ ist zur Wärmeerzeugung eine Holzpellet- oder Hackschnitzel-Kesselanlage geplant. Aus hygienischen Gründen erfolgt die Trinkwarmwasserbereitung dezentral.

Zur Realisierung der notwendigen Außenluftrate (ca. 30 m³/Person/h) ist für den Bereich Mensa eine Zu- und Abluftanlage mit einem Wärmerückgewinnungsanteil von mindestens 85 % geplant. Die Zu- und Abluftanlage verfügt über ein Heizregister welches über die Luft-Wasser-Pumpe versorgt wird.

Für den Bereich Küche ist ebenfalls eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung geplant. Die erforderliche Außenluftrate resultiert aus der geplanten Nutzung als Ausgabeküche. Die Aufstellung der Anlage erfolgt auf dem Flachdach und ist mittels Revisionsöffnung im Dach leicht zugänglich.

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