HMP 2018

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Hannes Meyer Preis 2018

Beurteilung der Fachjury:
"Die Architekten haben das architektonisch einfache Fabrikgebäude der ehemaligen Staatlichen Textil- und Gobelinmanufaktur Halle beim Umbau zu Eigentumswohnungen auf den ersten Blick nur wenig verändert. Das Gebäude liegt in einem Innenhof nahe des Paulusviertels, das sich mehr und mehr zu einer beliebten innerstädtischen Wohnlage in Halle entwickelt. Das schlichte Ziegel-mauerwerk und die Segmentbogen- oder Quadratfenster bestimmen auch die heutige Ansicht des Gewerbegebäudes aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Neu sind Balkonsetzungen, die mit Lärchenholzlatten verkleidet und in angemessenem räumlichen Abstand zueinander und im richti- gen proportionalen Verhältnis zur Fassade angebracht sind. Neu sind auch vier große, auf der Hofseite verglaste, ansonsten holzverkleidete Quader auf dem Dach, die die obere Ebene von Maisonette-Wohnungen im Obergeschoss bilden. Die Farbe der Materialien lässt zusammen mit den Backsteinrückseiten der benachbarten Gebäude und dem begrünten, mit altem Baumbestand bestandenen Innenhof eine pittoreske Atmosphäre entstehen. Der malerische Blick in den Hof ist die besondere Gunst der großzügigen Wohnungen, bei denen die Architekten mit einer typologisch ungewöhnlichen linearen Anordnung der Räume die geringe Erschließungstiefe mit Geschick überspielen. Nina Nolting und Sebastian Sasse haben in Halle einer einfachen Architektur am vermeintlichen Ende ihres Lebenszyklus mit großer Sensibilität für die überlieferte Bausubstanzund vergleichsweise wenigen wohldosierten, aber höchst wirkungsvollen gestalterischen Eingriffen ein zweites, besseres Leben eingehaucht. 

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